Bäume XXVI – Alles-ist-endlich-Tag

Bei diesem Foto denken wir vielleicht an Tod und wollen es manchmal nicht wahrhaben, dass er zum Leben dazu gehört. In der Natur fallen alte Bäume einfach um – manchmal wird ihr Stamm weggeräumt, vielleicht noch als Nutz- oder Brennholz verwendet – nur die Wurzeln bleiben und setzen ein Zeichen, dass hier einmal ein gewaltiger Baum gestanden hat.

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20 Kommentare zu “Bäume XXVI – Alles-ist-endlich-Tag

  1. Ich bin da Mandy’s Meinung. Wenn man jeden Tag mit dem Tod zu tun hat, verliert er viel von seinem Schrecken. Man selber verliert auch viel Scheu und Angst vor ihm. In manchen Fällen kann man sich sogar bis zu einem gewissen Grade für einen verstorbenen Mitmenschen freuen, dass dieser von einem langen Siechtum endlich erlöst worden ist. Oder wenn Einem noch ein letztes Aufblühen beschert worden ist, bevor der Schwarze Schnitter kommt. Schlimm ist’s immer noch, wenn durch ein tragisches Unglück jemand aus dem Leben gerissen wird…
    Liebe Grüße!

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    • Wenn ich einen Wunschzettel an den Tod schreiben könnte, dann würde ich ihm eine gewisse Zeitspanne einräumen. Auch möchte ich weder lange schwer krank oder pflegebedürftig warten oder von einer Minute zur anderen dahingerafft werden. Eine ca. zweiwöchige Krankenzeit, in der sich dann der Tod schon abzeichnet und ich mich von allen verabschieden könnte, wäre einfach ideal. Aber ich denke, so viele Sonderwünsche kann der Tod nicht berücksichtigen. – Mir erscheinen der Tod von Kindern und der Tod von Müttern mit kleinen Kindern immer wieder als das härteste, was Eltern oder übriggebliebene Kinder zu erdulden haben.
      Verdrängt habe ich den Tod wohl noch nie richtig, doch erlebt habe ich ihn dennoch bisher sehr selten.
      Liebe Grüße auch an dich!

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      • In der Berchtesgadener Bauernwirtschaft, in welcher ich meine ersten Erfahrungen in der Gastronomie sammelte, hatten wir einen allseits sehr beliebten alten Stammgast mit einem liebenswert zerfurchtem, stets tief gebräunten Gesicht, lustigen, klaren, blauen Augen, und einem weißen Rauschebart, wie der Hl. Nikolaus ihn hat. Er erzählte uns eines Tages, wie er sterben wolle: Nach einem gemütlichen Dämmerschoppen in der Wirtschaft zuhause gemütlich Brotzeit mit seiner Frau machen, ein wenig vor dem Fernseher im großen Ohrensessel dahin dösen, ins Bett gehen, und dann in den Tod hinein schlafen. – Und auf den Tag genau drei Wochen später durfte er genau so „nach drüben gehen“, wie er sich das gewünscht hatte. 😉 Und diese Geschichte ist wahr, so wahr ich hier sitze!

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        • Da kann ich dir noch was dazu sagen. 1993 habe ich eine Fahrradtour gemacht – wir saßen alle am ersten Abend in der Kneipe, um uns kennen zu lernen. Bei mir am Tisch saß ein Mann, ca. 40 Jahre alt oder jung. Wir kamen auch auf das Thema „Tod“ zu sprechen und er meinte: „Ich möchte tot umfallen und nichts groß spüren“. Weder seine Frau noch er noch wir ahnten, dass sich diese Voraussage schon man nächstgen Tag erfüllen sollte – ganz wortwörtlich. Wir saßen in der ersten halben Stunde auf dem Rad, eine ganz leichte Steigung, es polterte und er fiel vom Rad. Trotz ganz schneller Wiederbelebung mit Elektroschocks und und und wurde er zugedeckt abtransportiert. – Wahrscheinlich hatte sich ein Thrombus gelöst, denn er hatte einige Zeit zuvor eine Beinverletzung – das wurde zumindest vermutet.
          So dicht dran hatte ich den Tod bisher noch nicht erlebt.

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  2. Pingback: Clara “blogfastet” hier und wandert auf dem Holzweg … « Claras Allerleiweltsgedanken

  3. Ich habe jeden Tag den Tod um mich und ich kann sicher damit ganz anders umgehen, als so mancher Leser hier. Wir werden geboren, um zu sterben. Das ist der Kreislauf des Lebens, der sich mit dem Tod schließt. Sicher, an manchen Tagen bin ich auch eine gute „Verdrängerin“ und doch ist es etwas ganz Natürliches. Ob nun Mensch oder Baum. Einen Zacken schärfer wird es für mich, wenn sich ein mir lieber Mensch verabschiedet und seine Jahresringe in die Unendlichkeit übergehen. Starkes und ergreifend, nachdenkliches Thema.

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    • Mandy, sicher ist ein beruflich erlebter Tod oder einer in der Familie oder im nahen Freundeskreis sicher ein großer Unterschied. Doch er gehört zum Leben, das sollten wir nie und nimmer vergessen. Wir denken immer, dass er erst ab 75 + angemessen ist – leider nein.

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  4. Du hast Recht: Wir verdrängen oft den Gedanken an den Tod. Unsere Vorfahren sind da ganz anders damit umgegangen. Er ist nicht das Ende, er ist der Anfang von Neuem. Das gefällt mir eigentlich sehr. (Auch im Tarot-Spiel ist die Karte „Der Tod“ nichts Schlimmes.) Eine junge Frau in meinem Ort ist an einer chronischen Erkrankung verstorben. Ihr Wunsch war es, dass in der Traueranzeige stand: Trauert nicht um meinen Tod, feiert mein Leben. Ich glaube, das werde ich meinen Kindern und Freunden auch mitgeben.

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    • Gudrun, das mit der Anzeige gefällt mir sehr – denn wir sollten tatsächlich bei einer chronischen Krankheit uns über die gut gelebten Jahre freuen können. MS oder Muskelschwund oder dieses mit den verschleimten Lungen – im Laufe der Zeit wird für die Patienten das Leben zur Qual. Ich kann das aber nicht richtig beurteilen, da ich noch nie in solche einer Situation gewesen bin. – Mir erscheint er jetzt nicht mehr so fremd und sooooo weit weg – ich hatte ein gutes Leben, sage ich mal einfach so.

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  5. Eigentlich mag ich diesen braun marmorierten Hintergrund nicht, aber zu deiner Baumserie passt er perfekt.

    Immerhin hast du diesem ehemals sicher stolzen Baum ein Denkmal gesetzt. Solche Teile findet man selbst im Stadium des Verfalls noch schön (ich jedenfalls). Auf Menschen trifft das wohl eher weniger zu … bei dem Jugendwahn in unserer Gesellschaft. Dazu kommt, dass dieser Baumstrunk noch beim Verrotten höchst nützlich ist und vielen Insekten und kleinen Tieren eine Heimat bietet.

    LG, April

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    • Ingrid, jetzt stelle ich mich nicht dumm, jetzt bin ich „dumm“ – was meinst du mit „braun marmorierter Hintergrund“? – Aut dem Foto sicher nichts, also kannst du nur das Thema „Modularity lite“ von WP meinen. – Ich sehe, dass etwas (bei mir nur weniger als 1 cm rechts und links, weil ich die Darstellung des Blogs ziemlich vergrößert habe) an den Seiten gemustert ist, bevor der Blog in ein schwarz übergeht und die Ränder des Bildschirms sind auch schwarz. Doch du hast Recht, bei einem Hochkantfoto ist mehr von diesem gemusterten Hintergrund zu erkennen – den habe ich bisher noch nie richtig wahrgenommen. – Meiner Meinung kann man an den WP-Blogs-Themen kaum etwas verändern – man nimmt sie oder man lässt sie.
      Du sagst es, der verrottende Baumstumpf gibt sicher dem Boden Nahrung – und den Insekten bietet er (Abriss-)Wohnungen. So ist eben Natur.

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      • Ooops, ich hatte deine Antwort nicht gesehen. Ja, ich meinte Mod. Light. So viel ich weiß, kann man aber doch den Hintergrund verändern; ich hatte es mal ausprobiert. Alelrdings – wie ich schon schrieb – hier passt es perfekt, von den Farben und thematisch. Am Rand sieht man tatsächlich nur wenig, aber es schimmert hinter den Kommentaren auch durch.

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  6. Das ist schon schade wenn so ein alter und gewaltiger Baum stirbt. Mich ärgert es aber, wenn das Stästische Bäume sind, und die einfach den Baum „klein“ machen und den Stumpf stehen lassen. Oj, in freier Wildbahn nun auch nicht, aber in unserer Stadt lassen die die Baumstümpfe auch einfach „stehen“
    Finde ich nicht gut!

    Der Tod! Denke ich nicht gerne drüber nach, ich schiebe das gerne alles bei Seite… auch nicht gut…

    Schlaf gut ♥

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    • 3K, du überforderst mich momentan – ich grüble seit heute früh, als ich den Kommentar sah, was du mit „Stästische Bäumen“ meinst.
      Das mit dem einfachen Absägen von Bäumen habe ich hier auch schon oft gesehen. Ob es zu teuer wäre, das ganze Erdreich aufzureißen und die Wurzeln rauszuholen? Allerdings kann man dann ja an dieser Stelle auch nichts Neues pflanzen, da die Wurzeln alles blockieren.
      So schön Bäume sind und ich sie auch finde – für die Stadtplaner halten sie auch einige Probleme bereit.
      Da meine Mutter schon 97 ist, denke ich schon ab und an an den Tod, und das nicht nur an den ihrigen.- Ich weiß nicht warum, aber er erscheint mir nicht so schrecklich, nur ewig leiden möchte ich nicht, bevor ich mich aus dieser Welt verabschieden werde. Auch das kann man nur bedingt bestimmen.
      Lasse es dir gut gehen, wünscht dir
      Clara

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      • Erstens Tippfehler, muss heissen Städtische Bäume,
        also Bäume auf Städtischem Grund, keine Privatgrundstücke.
        z.B. zwischen Parkplätzen, auf Bürgersteigen…
        Wir haben so einen abgesägten Baum vor dem Nachbaus zwischen den Parkbuchten…
        abgesägt mit riesigem Loch, keiner kümmert sich …

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